Angebote zur Unterstützung im Alltag

Am 1. Januar 2017 ist die „Verordnung über die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag und Förderung der Weiterentwicklung der Versorgungsstruktur in Nordrhein-Westfalen“ (AnFöVO) in Kraft getreten. Sie löst die bis zum 31. Dezember 2016 bestehende „Verordnung über die niedrigschwelligen Hilfe- und Betreuungsangebote für Pflegebedürftige“ (HBPfVO) ab.

Hände, Trost, Pflege, Unterstützung, Alltag, - Pixabay

Die Verordnung regelt unter anderem das Verfahren der Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag im Sinne des Sozialgesetzbuches Elftes Buch (SGB XI), die pflegende Angehörigen sowie Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege zugutekommen sollen.
Pflegebedürftige Personen können die nach Landesrecht anerkannten Angebote in Anspruch nehmen und die Kosten bis zu einer bestimmten Höhe mit der für sie zuständigen Pflegekassen abrechnen. Für die Inanspruchnahme dieser niedrigschwelligen Leistungen steht ihnen ab dem 1. Januar 2017 ein monatlicher Entlastungsbetrag von 125 Euro zur Verfügung. Darüber hinaus können bis zu 40 % des individuell bestehenden Anspruchs auf Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI umgewandelt werden.

Unterstützungsangebote im Alltag sind:

  • Betreuungsangebote für Pflegebedürftige (Einzel- oder Gruppenangebote)
  • Angebote zur Entlastung von Angehörigen oder vergleichbar nahestehenden Personen, die Pflegeverantwortung übernehmen
  • Angebote zur Entlastung im Alltag, die sich an Pflegebedürftige richten und der Unterstützung dienen bei der Bewältigung von allgemeinen oder pflegebedingten Anforderungen des Alltags oder im Haushalt (insbesondere bei der Haushaltsführung) oder bei der eigenverantwortlichen Organisation individuell benötigter Hilfeleistungen.

Hier finden Sie Beispiele dazu.

Weitere Informationen zu den Unterstützungsangeboten im Alltag finden Sie auf der Interneteite des Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS).

Die Kreise und kreisfreien Städte sind nun zuständig für die Anerkennungsverfahren. Die Stadt Mülheim ist zuständig für alle Anbieterinnen und Anbieter mit Sitz im Stadtgebiet und deren Angebote.

Sie möchten einen Antrag auf Anerkennung eines Unterstützungsangebots im Alltag stellen?

Die Antragstellung erfolgt elektronisch beim MAGS. Sie können sich dort für das Antragsverfahren registrieren und einen (Neu-)Antrag stellen.

Nach erfolgreicher Eingabe aller erforderlichen Daten, drucken Sie den Antrag aus und senden ihn an folgende Adresse:

Sozialamt Mülheim an der Ruhr
Team Pflegemanagement
Z.Hd.: Herr Todt
Ruhrstraße 1
45468 Mülheim an der Ruhr

Das Anerkennungsverfahren ist kostenpflichtig.

Informationen zu den verschiedenen Anerkennungsverfahren

Es wird immer das Angebot und nicht der Anbieter oder die Anbieterin anerkannt. Daher sind separate Anträge für Einzelbetreuung (Einzelbetreuung in der Häuslichkeit /Entlastung von Pflegenden/Entlastung im Alltag bei der Haushaltsführung/ Entlastung im Alltag durch individuelle Hilfen) oder eine Betreuungsgruppe notwendig. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Anbieter oder Anbieterin (Anbietende mit und ohne Versorgungsvertrag, Einzelkräfte).

Auf der Homepage des MAGS finden Sie weitere Informationen für Anbietende von Angeboten nach alten Recht (HBPfVO), zum Antrags- und Anerkennungsverfahren für die Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie zu den Themen Fachkraftbegleitung und Qualifikation von Einzelkräften.

Unterpunkte:

Wichtige Hinweise und Anforderungen im Anerkennungsverfahren

Wichtige Voraussetzungen:

  • Selbständige Einzelkräfte benötigen mindesten eine Qualifikation gemäß Richtlinie § 53c SGB XI und kooperieren mit einer Fachkraft
  • Leistungserbringende Personen verfügen mindestens über eine 40-Stunden-Basisqualifizierung nach AnFöVO
  • Betreuungsgruppen: Betreuungsschlüssel 1:3, nicht mehr als 9 Personen (bei Wohngemeinschaften nicht mehr als 12), Nutzung angemessener Räumlichkeiten, 2-jährige Berufserfahrung der Fachkraft bei Betreuungsgruppen mit besonderer Ausrichtung (gerontopsychiatrisch, psychiatrisch, heilpädagogisch)
  • Preis für ein Gruppenangebot: maximal 20 Euro pro Stunde
  • Vergütung Einzelangebot: maximal 25 Euro pro Stunde (nicht tarifgebundene Anbietende) zuzüglich angemessene Fahrtkosten, maximal 28 Euro pro Stunde (tarifgebundene Anbieter) zuzüglich angemessene Fahrtkosten

Allgemeine Anforderungen:

  • Das Angebot sollte auf Dauer und Regelmäßigkeit angelegt sein.
  • Zuverlässigkeit der Anbietenden und leistungserbringenden Personen (Führungszeugnis)
  • Qualifikation der leistungserbringenden Personen
  • Fachkraft (nach WTG) mit Aufsichts- und Anleitungsfunktion (Berufsurkunde)
  • Ausreichender Versicherungsschutz des Anbieters oder der Anbieterin
  • Geringer organisatorischer und finanzieller Aufwand für die Betroffenen
  • Keine körperbezogenen Pflegemaßnahmen

Das Leistungskonzept sollte folgende Aussagen enthalten:

  • Name und Kontaktdaten des Anbieters oder der Anbieterin
  • Zielgruppen und Inhalte des Leistungsangebots
  • Regelmäßigkeit und Qualitätssicherung
  • Bei Gruppenangeboten: Betreuungsschlüssel
  • Qualifikation der leistungserbringenden Personen
  • Sicherstellung einer fachlichen Anleitungen sowie Schulungen
  • Bestehende Kooperationen
  • Regelungen bei Abwesenheit und Krankheitsvertretung
  • Regelungen zum Beschwerdemanagement

Anerkennung von Unterstützungsangeboten im Alltag

Unter den folgenden Links, die auf die Homepage des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) führen, finden Sie eine Auflistung zu den Informationen und Nachweisen, die im Rahmen des Anerkennungsverfahrens (je nach Antragstyp) abgefragt werden beziehungsweise eingereicht werden müssen:

Einzelangebot

Betreuungsgruppe

Bitte beachten:
Die Stadt Mülheim an der Ruhr benötigt zusätzlich bei allen Angeboten, die sich an Minderjährige richten, erweiterte Führungszeugnisse von allen leistungserbringenden Personen (Belegart OE).

Anerkennung als Koordinierungsstelle

Unter dem folgenden Link, der auf die Homepage des Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) führt, finden Sie eine Auflistung zu den Informationen und Nachweisen, die im Rahmen des Anerkennungsverfahrens für die Anerkennung als Koordinierungsstelle für Betreuungskräfte (Einzelkräfte), die in einem unmittelbaren Beschäftigungsverhältnis mit dem Pflegebedürftigen stehen, notwendig sind.

Anerkennung des Konzepts zur Vermittlung der Basisqualifizierung

Unter dem folgenden Link, der auf die Homepage des Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) führt, finden Sie eine Auflistung zu den Informationen und Nachweisen, die im Rahmen des Anerkennungsverfahrens zur Vermittlung der Basisqualifizierung abgefragt werden beziehungsweise eingereicht werden müssen:

Bitte beachten:
Die Stadt Mülheim an der Ruhr benötigt Qualifikationsnachweise (Berufsurkunde) aller schulenden Personen. Das Konzept sollte Informationen darüber enthalten welche Inhalte, von wem, über wie viele Unterrichtseinheiten, geschult werden.

Gebühren

Tarifstelle Gebühr (Euro)

13.3.3 Bearbeitung der Anerkennungsanträge

a) Bearbeitung eines Erstantrags auf Anerkennung

b) Bearbeitung eines Änderungsantrags

 

180,15 bis 240,20

30,02

1.3.4 Widerruf der Anerkennung 30,02
1.3.5 Bearbeitung eines Antrags auf Ruhendstellen 30,02
1.3.6 Bearbeitung eines Antrags auf Wiederaufnahme 30,02
1.3.7 Qualitätssicherung: Überprüfen der jährlichen Erklärungen 30,02

Kontakt


Stand: 19.11.2019

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