Rehkitzen droht der Tod durch Kreiselmäher

Initiative der Mülheimer Kreisjägerschaft: Netzwerk zur Kitzrettung

Jetzt ist die Zeit, in der die ersten Rehkitze zur Welt kommen. Die Ricken ziehen in die ruhiger gelegenen Wiesen und legen ihre neugeborenen Kitze dort zum Schutz vor Raubwild und anderen Gefahren ab. 

Leider fällt der erste Schnitt der Wiesen durch die Landwirte oft genau in diese Zeit. Leistungsstarke Traktoren, oft mit mehreren Kreiselmähwerken bestückt, mähen in hoher Geschwindigkeit die Wiesenschläge in kürzester Zeit ab. Kein Rehkitz oder Bodenbrüter kann den Messern entgehen. 

Rehkitze werden nach der Geburt von den Muttertieren, den Ricken, häufig im hohen Gras abgelegt. Dadurch ist die Gefahr groß, aufgeschreckt, verjagt, vom Muttertier getrennt und verletzt zu werden. - Bild von B. Schmidt auf Pixabay

Dies kann verhindert werden, wenn am Abend vor der Mahd die Wiesen abgesucht werden. Seit einigen Jahren hat sich in Mülheim – auf Initiative der Kreisjägerschaft – eine Gruppe von Jägern und Naturfreunden gebildet, die bereit stehen um kurzfristig die betreffenden Wiesen abzusuchen. Da das Mähen der Wiesen vom Wetter abhängt, muss sehr kurzfristig reagiert werden. Durch ein enges Netzwerk finden sich aber immer wieder genug Kitzretter ein. Erfreulicherweise geben  immer mehr Landwirte Bescheid, wann gemäht wird. Selbst wenn kein Kitz  gefunden wird: Die Witterung der Menschen und Hunde sowie in die Wiese gestecktes Flatterband hält die Ricken davon ab, ihre Kitze dort abzulegen. 

Durch die aktuellen Corona-Beschränkungen entdecken mehr Mülheimerinnen und Mülheimer als früher die Natur für sich. Dies hat leider auch zur Folge, dass viele Spaziergänger, häufig mit freilaufenden Hunden, die Wege verlassen und quer durch die Wiesen streifen. Damit wird unserem Wild die Ruhe für die Geburt und Aufzucht genommen. Die mögliche Folge: Muttertiere nehmen ihre Kitze nicht an und Gelege werden verlassen und nicht weiter bebrütet. 

Wer auf scheinbar verwaiste Jungtiere trifft, sollte diese auf gar keinen Fall anfassen. Dies führt in jedem Fall dazu, dass die Mütter ihre Jungen nicht mehr annehmen. Im Zweifel hilft ein Anruf beim zuständigen Jagdpächter, der Stadt Mülheim unter 455-0 oder der Polizei Essen/Mülheim unter 0201/829-0. 

Die Kreisjägerschaft freut sich über weitere Beteiligung durch Naturfreunde. Wer sich an der Kitzrettung beteiligen  möchte, wendet sich bitte an die Kreisjägerschaft Mülheim per E-Mail unter anke.gleichmar@muelheimer-jaeger.de oder telefonisch unter 0208/487194. 


Stand: 11.05.2020

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