Substanz des Wirtschaftsstandorts Mülheim bedroht

Nur zwei von zehn expandierenden Unternehmen konnte 2017 eine unbebaute Gewerbefläche angeboten werden

Geschäftsführer der Mülheim  Business GmbH - Wirtschaftsförderung, Jürgen Schnitzmeier - Mülheim  Business GmbH„Mülheim an der Ruhr droht im aktuellem Konjunktur- und Nachfrageboom eine Abwanderung von Unternehmen, wenn ihnen weiterhin keine adäquaten unbebauten Gewerbeflächen für ihre Expansionspläne angeboten werden können. Auch Neuansiedlungen werden zunehmend schwieriger." Das betonte Mülheim & Business (M&B) Geschäftsführer Jürgen Schnitzmeier bei Vorstellung des 12. Immobilienmarktberichts 2017 im modernisierten Haus der Varia Bau in der Wallstraße. Sehr zufrieden zeigten sich Wirtschaftsförderung und die Mülheimer Immobilienpartner dennoch mit den Vermietungsumsätzen in den verschiedenen gewerblichen Teilmärkten. Sie lagen in allen Teilmärkten über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.
Allein 87 Anfragen nach unbebauten Gewerbeflächen verzeichnete M&B im vergangenen Jahr. Der Flächenbedarf summierte sich dabei auf theoretisch 136 Hektar (ha). Dem gegenüber steht aktuell eine private Gewerbeflächenreserve von 6,62 ha. „Wenn man nur noch zwei von zehn Unternehmen, die unbebaute Gewerbegrundstücke nachfragen, um zu investieren, Arbeitsplätze zu schaffen oder zu sichern, einen Standort anbieten kann, dann ist die Substanz eines Wirtschaftsstandorts insgesamt bedroht“, kommentierte Mülheim & Business Geschäftsführer Jürgen Schnitzmeier die bereits seit Jahren von der Wirtschaftsförderung beklagte Gewerbeflächensituation und fordert: „Zur Sicherung des Unternehmensbestandes und Verbesserung der Gewerbesteuereinnahmen in unserer Stadt muss jetzt dringend trotz aktueller Haushaltslage in Flächenmobilisierung investiert werden."
Schnitzmeier begrüßte deshalb ausdrücklich die Unterstützung und Zusammenarbeit mit Finanzdezernent Frank Mendack, kurz- und mittelfristig durch Erschließung und Vermarktung neuer Gewerbeflächen auch die finanzielle Basis der Stadt zu verbessern.

Gute Flächenumsätze in allen Teilmärkten

Insgesamt hat sich der Flächenumsatz von Gewerbe- und Industriegrundstücken trotz der Flächenknappheit mit sieben Abschlüssen und 62.700 Quadratmeter (m²) gegenüber dem Vorjahr (20.000 m²) dennoch verdreifacht und liegt damit über dem 10-Jahresdurchschnitt.
Eine für den Wirtschaftsstandort Mülheim an der Ruhr sehr positive Steigerung von Flächenumsätzen hat es im vergangenen Jahr nach Angaben von M&B-Projektleiter Heiner Mink auch im Teilmarkt "Lager- und Produktionshallen" gegeben. Sie haben sich mit 43.500 m² bei 22 Abschlüssen mehr als verdoppeltet. Etwa die Hälfte der Vermietungsabschlüsse bezogen sich auf Hallenflächen unter 1.000 m². Größere Abschlüsse mit Lagerflächen von mehr als 5.000 m² waren dagegen im Rhein-Ruhr-Hafen zu verzeichnen.

Relativ konstant waren laut Immobilienmarktbericht im vergangenen Jahr die Flächenumsätze der Immobilienpartner in den Teilmärkten "Büroflächen" und "Ladenlokale". "Den Büromarkt prägten 2017 vor allem Nachfragen nach kleineren Flächen bis 500 m². Hier konnten wir mit unsern Immobilienpartnern insgesamt 51 Verträge registrieren", berichtete Heiner Mink. Dennoch blieb der Umsatz mit 16.900 m² fast auf Vorjahresniveau.

Der kontinuierliche Anstieg an Nachfragen und Umsätzen bei den Ladenlokalen hat sich in diesem Jahr allerdings nicht überall fortgesetzt. Der Flächenumsatz insgesamt betrug 9.200 m², 2.200 m² weniger als 2016. Gefragt waren wieder vor allem große Einzelhandelsflächen außerhalb des städtischen Kerns an verkehrsgünstigen Lagen. "Es bleibt bei einer immer noch zu hohen Leerstandsquote von 10 % im Kernbereich der Innenstadt, auch wenn diese im Vergleich zu 2016 bereits leicht gesunken ist", betonte Jürgen Schnitzmeier. Insgesamt konnte er in 2017 für Forum und Innenstadtkern einen Flächenumsatz von 3.900 m² bilanzieren. Die damit verbundenen Neueröffnungen umfassten Dienstleistungsangebote, Einzelhandel und Gastronomie.
Das Citymanagement startet in Kürze gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Innenstadt, Haus & Grund sowie Eigentümern und Einzelhändlern eine zweijährige Vermarktungsoffensive unter dem Motto „Zukunft mitgestalten“. „Wenn dann 2019 das Stadtquartier Schloßstraße eröffnet und das Forum 25 Jahre feiert, können wir hoffentlich mit unserer Innenstadt neu durchstarten“, wünscht sich Schnitzmeier. In diesem Zusammenhang beglückwünschte der Chef-Wirtschaftsförderer den Gastgeber und Geschäftsführer der Varia Bau Markus Sunder: „Der hervorragend gelungene Umbau des Bestandsgebäudes in der Wallstraße 14 zu einem modernen Bürogebäude beweist einmal mehr, dass sich die Modernisierung der Innenstadtimmobilien in jeder Hinsicht lohnt.“

Ihr Ansprechpartner für weitergehende Informationen zum Immobilienmarktbericht 2017 ist Heiner Mink, Mülheim & Business GmbH Bestandentwicklung, Unternehmensansiedlungen, Industrie Telefon 0208/48 48 60, E-Mail: versenden

Immobilienmarktbericht 2017

Der Immobilienmarktbericht wurde von der Mülheim & Business GmbH Wirtschaftsförderung bereits zum 12. Mal in Zusammenarbeit mit den Mülheimer Immobilieneigentümern und Maklern erstellt und ist ab sofort unter www.muelheim-business.de veröffentlicht. Die detaillierten Zahlen, Daten und Fakten zu allen gewerblichen Teilmärkten umfassen die gewerbliche Immobiliennachfrage der Wirtschaftsförderung und die gemeldeten Umsätze aller Mülheimer Immobilienpartner.


Stand: 23.02.2018

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