Telefonbesuchsdienst

Wie geht es in diesen Tagen Menschen, die aus Selbstschutz oder wegen einer Behinderung, wegen ihres hohen Alters oder aufgrund einer körperlichen Einschränkung ihre Wohnung nicht verlassen können? Wie erfüllen sie sich den Wunsch nach persönlichem Austausch, nach einem Gespräch mit jemandem dem sie vertrauen können? Oder besteht gar die Gefahr, sich völlig zurückzuziehen und gewohnte Kontakte zu verlieren?

Corona. Coronavirus. Corona-Pandemie. COVID-19. Telefonbesuchsdienst für Menschen um sich in der Zeit der Pandemie und der damit verbundenen Selbstisolierung regelmäßig mit anderen Menschen über ihre Lebenssituation auszutauschen. Prof. Dr. Harald Karutz (rechts), Berufsfeuerwehr, Leiter des Sachgebietes Psychosoziales Krisenmanagement mit den ehrenamtlichen Gesprächspartnern des telefonischen Besuchsdienstes Farina Marx und Peter Brill. Feuerwache, Zur Alten Dreherei 11.  25.05.2020 Foto: Walter Schernstein - Walter SchernsteinTelefonbesuchsdienst für Menschen, um sich in der Zeit der Pandemie und der damit verbundenen Selbstisolierung regelmäßig mit anderen Menschen über ihre Lebenssituation auszutauschen. Prof. Dr. Harald Karutz (rechts), Berufsfeuerwehr, Leiter des Sachgebietes Psychosoziales Krisenmanagement mit den ehrenamtlichen Gesprächspartnern des telefonischen Besuchsdienstes Farina Marx und Peter Brill in der Hauptfeuerwache, Zur Alten Dreherei 11.
(Foto: Walter Schernstein)

In einer Arbeitsgruppe des Krisenstabes, in der sich Mitarbeitende aus vielen helfenden Organisationen mit Verantwortlichen der Stadt und der Feuerwehr treffen, entstand der Gedanke, Menschen per Telefonkontakt zu besuchen.
„Zu normalen Zeiten würden wir mit den anfragenden Bürgerinnen und Bürgern persönliche Hausbesuche vereinbaren“, sagt Dirk Hempel, langjähriger Mitarbeiter des Fachbereiches Soziales der Stadt Mülheim. „Stattdessen sind wir jetzt per Telefon und Email erreichbar. Wir machen jedoch seit Wochen die Erfahrung, dass kaum jemand „ohne Grund“ unsere Beratung in Anspruch nimmt. Persönliche Gespräche finden nur dann statt, wenn sich jemand „traut“, die Rufnummern bei der Stadt oder bei einem Wohlfahrtsverband anzurufen. Diese sind vielen Menschen leider auch gar nicht bekannt.“
Anzurufen ist für viele eine hohe Hürde. Dennoch: Es gibt viele Menschen, die sich einen persönlichen (telefonischen) Kontakt wünschen. Für sie wurde dieses Angebot der ehrenamtlich getragenen Telefonbesuche entwickelt.

Wer die kostenfreie Rufnummer 0800/3425641 anwählen möchte, trifft auf einen freundlichen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin des Fachbereiches Soziales, der oder die mit aufmerksamem Interesse zuhört und anschließend vereinbart, zurückzurufen, um einen festen Telefonkontakt zu vereinbaren. Die Themen und Fragestellungen, die angesprochen werden können, sind die, die der oder die telefonisch besuchte Person für sich als wichtig erachtet. Es darf auch einfach nur „geplaudert“ werden. Oder es geht um wichtige Fragen und Wünsche, für die eine Lösung gefunden werden soll.
Die Organisatoren dieses Angebotes haben sich dazu ein sicheres passwortgestütztes Telefonverfahren einfallen lassen. Damit ist sichergestellt, dass niemand einen Anruf erhält, der dieses Verfahren nicht kennt.
„Wir wollen wissen, wie es Ihnen geht! Und: Ob wir etwas für Sie tun können! Hierfür stellen wir diese kostenfreie Rufnummer 0800/3425641 zur Verfügung. Sie ist in der Zeit von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr täglich besetzt“, sagt Prof. Harald Karutz, Mitglied des Krisenstabes bei der Berufsfeuerwehr und Mitorganisator dieser ehrenamtlich getragenen Hilfe.
Er fährt fort: „Die ehrenamtlich tätigen Telefonpartnerinnen und -partner sind allesamt fachlich geschult und werden seitens des Fachbereiches Soziales begleitet. Sie unterliegen, wie alle helfenden Berufe, der Schweigepflicht. Wir hoffen, dass dieses Angebot angenommen wird und Menschen das Vertrauen entwickeln, sich telefonisch bei uns zu melden. Wir erfragen keine Adressen oder sonstigen Informationen. Es genügt einfach, mit uns ins Gespräch zu kommen. 
Alle Anrufe werden streng vertraulich behandelt. Die Anrufer brauchen lediglich ihren Vor- und Zunamen und ihr Geburtsdatum zu nennen. Alle Anrufe nimmt ein langjährig erfahrener Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin des Fachbereiches Soziales entgegen und leitet diesen auf Wunsch an einen ehrenamtlichen Begleiter oder eine Begleiterin weiter, der oder die dann in regelmäßigen Abständen in Telefonkontakt bleibt. Sozusagen als „Persönliche Ansprechpartnerin oder persönlicher Ansprechpartner“. Durch die Vereinbarung eines „Vertrauenspasswortes“ zwischen dem/der Angerufenen und dem Anrufer oder der Anruferin wird verhindert, dass kriminelle Personen dieses Angebot für ihre Zwecke ausnutzen können.

Wenn Sie Rückfragen zu diesem Angebot haben oder sich dafür interessieren, als Kontaktperson geschult zu werden, können Sie sich ebenfalls unter der kostenfreien Rufnummer 0800/3425641 melden. Sie werden dann an die Organisatoren weitergeleitet.


Stand: 26.05.2020

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