Fluglärmmessstation Mülheim/Holthausen
Um die Belastung der Mülheimer Bevölkerung durch Fluglärm erfassen zu können, hat das Amt für Umweltschutz im Oktober 2009 eine Messstation in Betrieb genommen. Nach zahlreichen Beschwerden aus den östlichen Mülheimer Stadtteilen, insbesondere aus Heißen und Holthausen in den letzten Jahren, hatte der Ausschuss für Umwelt und Energie die Einrichtung einer dauerhaften Messstelle zur Erfassung des Fluglärms beschlossen und für 2009 die entsprechenden finanziellen Mittel bereitgestellt. Der vom Amt für Umweltschutz ausgewählte Standort der Station befindet sich auf einem sehr ruhig gelegenen privaten Gartengrundstück im nördlichen Holthausen nahe der Stadtteilsgrenze zu Heißen. Auf dem Grundstück wurde als Messgerät ein kalibrierter Schallpegelmonitor SPM 483g der Firma GFS Hofheim installiert, das Mikrofon der "Genauigkeitsklasse 2" befindet sich auf einem freistehenden Mast in Messhöhe von ca. 4m. Die Lärmbelastung wird dabei rund um die Uhr gemessen.
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Ziel ist in erster Linie die Schaffung von Transparenz für die Öffentlichkeit. Die Messwerte werden daher in Kooperation mit dem Deutschen Fluglärmdienst e.V. (DFLD) im Internet veröffentlicht: www.DFLD.de
Neben den aktuellen Lärmmesswerten können hier auch Tages- und Monatsstatistiken sowie Flugverläufe eingesehen und Fluglärm-Beschwerden abgegeben werden.
Bei der Interpretation und Diskussion der Daten ist allerdings Zurückhaltung angebracht. Das Problem:"Einfach gesagt, weiß ein Messgerät nicht, wann es sich um ein Flugzeug handelt und wann um einen Rasenmäher oder einen Lkw, der gerade vorbeifährt. Die Identifikation von Fluglärmereignissen erfolgt daher mittels eines mathematischen Verfahrens, welches die Lärmkurven interpretiert. Dieses Verfahren wird niemals 100% aller Überflüge korrekt erkennen. Es kann (und wird) also vorkommen, daß Lärmspitzen als Überflug markiert werden, obwohl es keine waren -und es kann (und wird) vorkommen, daß echte Überflüge nicht erkannt werden!!!
Aufgrund der allgemeinen Geräuschbelastung ist der Standort in Holthausen mit einem niedrigen Basispegel von 40 dB(A) als Hintergrundbelastung für innerstädtische Verhältnisse messtechnisch zwar als "gut geeignet" anzusehen, zugleich ist aber auch ein nicht geringer Teil der Überflüge aufgrund der großen Entfernung von fast 20 km zum Flughafen Düsseldorf absolut gesehen "relativ leise". Aus diesem Grund erfolgt die automatische Auswertung durch den DFLD anhand eines Erkennungs-Schwellwertes von 55 dB(A). Dies führt allgemein zu dem Problem, dass es insbesondere bei bestimmten Wettersituationen (stürmisch/regnerisch) zu falsch erkannten Überflüge kommen kann. Hinzu kommt, dass am Standort als weitere Lärmquelle auch Überflugbewegungen des Flughafens Essen/Mülheim auftreten, welche ebenfalls mit in die Auswertung eingehen.
Daher hier folgender Tipp des Umweltamtes zur praktischen Vorgehensweise beim Aufruf der Messdaten:
Wer die Schallkurven der städtischen Messstationen "Mülheim/Holthausen" und der vom Mülheimer Netzwerk gegen Fluglärm betriebenen Station in "Mülheim/Mintard" übereinander legt, wird sofort erkennen können, ob es sich im konkreten Fall um ein einzelnes ortsbezogenes Schallereignis handelt, oder um eine Maschine die im Überflug an verschiedenen Orten akustische Spuren auf ihrer Route hinterlassen hat.
Mehr hierzu finden Sie im nachfolgenden Beitrag: Interpretationsbeispiele
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Stand: 11.11.2009







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