Verwaltungsvorstand reagiert auf offenen Brief des MSB

Verwaltungsvorstand reagiert auf offenen Brief des MSB

Oberbürgermeister Buchholz: „In dieser schwierigen Situation zählt der Zusammenhalt“

„So lange wie nötig, aber so kurz wie möglich“, so formulierten es Oberbürgermeister Marc Buchholz und der Vorsitzende des Mülheimer Sportbundes Frank Esser bei einem Treffen anlässlich der derzeitigen Belegung der Harbecke-Sporthalle mit Geflüchteten aus der Ukraine.

Trafen sich zum Austausch: (v.li.) Sportdezernent David Lüngen, Sozialdezernentin Dr. Daniela Grobe, Oberbürgermeister Marc Buchholz, MSB-Vorsitzender Frank Esser und MSB-Geschäftsführerin Nicole Nussbicker.

Foto: Sarah Sternol

Mit einem offenen Brief hatte sich der Mülheimer Sportbund in diesen Tagen an den Oberbürgermeister gewandt. Dieser nahm daraufhin Kontakt zu Esser auf, um die Zwangssituation für die Stadt zu erläutern: „Menschen in einer Sporthalle unterzubringen, kann nur eine Notlösung sein. Das haben wir als Stadt immer betont. Es geht dabei um ein erstes Ankommen, um ein erstes Dach über dem Kopf und darum, Hilfesuchende, die hier vielleicht sogar schon Verwandte oder Bekannte haben, nicht wegschicken zu müssen“, so der Oberbürgermeister. „Dass das aktuell mit Einschränkungen für die Mülheimer Sportvereine und den Schulsport verbunden ist, ist auch für uns unbefriedigend. Darum gilt an dieser Stelle mein ganz besonderer Dank dem MSB und natürlich allen Vereinen und Schulen, die ihren Sport einschränken müssen, damit wir Menschen aufnehmen können, die dringend unsere Hilfe brauchen.“

Auch Sozialdezernentin Dr. Daniela Grobe betont in ihrer Funktion als Leiterin des Ukraine-Krisenstabs noch einmal: „Die Harbecke-Sporthalle ist eine Erstaufnahme – eine Notunterbringung, in der möglichst niemand lange wohnen soll. Wir fühlen uns nach wie vor dem politischen Konsens in dieser Stadt, Geflüchtete möglichst in Wohnungen unterzubringen und die Menschen zu integrieren, verpflichtet. Darum arbeiten wir auch mit Hochdruck an Alternativen zur Harbecke-Sporthalle.“

„Wir freuen uns, dass die Stadtverwaltung die gleichen Ansichten hat und mit Hochdruck an Alternativen arbeitet“, heißt es vom Vorsitzenden des Mülheimer Sportbundes Frank Esser. „Der organisierte Sport in Mülheim möchte dabei nicht untätig zuschauen und hat auf die Initiative eines Vereinsvertreters hin alle Sportvereine aufgerufen, ihre Mitglieder um Prüfung möglicher Unterbringungen zu bitten. Vereinsmitglieder können sich direkt beim MSB melden und wir vermitteln an die entsprechenden Stellen bei der Stadtverwaltung. Kaum ein gesellschaftlicher Bereich unserer Stadt erreicht mehr Menschen als der organisierte Sport. Wir können somit gemeinsam mit der Stadtverwaltung einen wichtigen Beitrag bei der Bewältigung dieser Herausforderung leisten.“

In den letzten Monaten konnten Geflüchtete in rund 150 von der Stadt angemieteten oder privaten Wohnungen untergebracht werden. Zusätzliche Wohnungen werden gerade hergerichtet. „Aktuell reicht das aber nicht aus“, so Sozialdezernentin Dr. Daniela Grobe. „Die Zahl der Menschen, die nach Mülheim kommen, steigt gerade schneller, als wir Wohnungen anbieten können. Im Juni lag, nach Abzug von Wegzügen, das Plus an Ukrainegeflüchteten in der Stadt bei 35 Personen, im Juli schon bei 106. Wir arbeiten an mittelfristigen, aber auch langfristigen Lösungen, nur können wir aktuell noch nicht auf die Harbecke-Sporthalle verzichten. Dass diese erst jetzt und nicht schon früher belegt werden musste, ist der Bereitstellung von zusätzlichem Wohnraum in den letzten Monaten durch die Mülheimer Bürger*innen und die Wohnungsgesellschaften sowie dem guten Zusammenwirken von Sozialverwaltung und ImmobilienService zu verdanken.“

„Uns ist klar, was die Belegung der Sporthalle für die Schulen und die Sportvereine bedeutet,“ sagt auch Sportdezernent David Lüngen. „Deswegen wollen wir auch zusammen mit dem MSB und den betroffenen Vereinen und Schulen nach Lösungen suchen. Ein erster Schritt dabei ist die Umverteilung der Hallenbelegungen durch die Sportverwaltung. Dass das den Wegfall von Trainingszeiten und Schulsportstunden nicht auffangen, sondern nur abmildern kann, steht dabei außer Frage. Wichtig ist uns deswegen die Zusammenarbeit in dieser für alle schwierigen Situation.“

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Stand: 18.08.2022

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