Innovatives Veranstaltungsformat bringt junge Leute und Unternehmer ins Gespräch

Offen, ehrlich, lehrreich

Was erwarten junge Leute von ihrer beruflichen Ausbildung? Was erwarten Unternehmen vom Fachkräfte-Nachwuchs? Und wie bringt man die vielleicht unterschiedlichen Erwartungen dann auch zusammen? Das waren die Fragestellungen eines Workshops mit 10 jungen Leuten auf der einen und 10 Unternehmensvertretern auf der anderen Seite, der jetzt im Mülheimer HAUS DER WIRTSCHAFT stattfand. Die Schülerinnen und Schüler kamen von der Gustav-Heinemann-Gesamtschule, von der Willy-Brandt-Schule und der Schule am Hexbachtal. Auf Unternehmensseite waren die Firmen Menerga GmbH, PVS holding GmbH, Mülheimer Wohnungsbau GmbH, Sparkasse Mülheim an der Ruhr, iSAM AG, GERSTEL GmbH & Co. KG, SCHAUENBURG International GmbH, Siemens AG und EDEKA-Märkte Paschmann GmbH & Co. KG vertreten.

Workshop im HAUS DER WIRTSCHAFT: Junge Leute im Gespräch mit Unternehmensvertretern - UnternehmerverbandWorkshop im HAUS DER WIRTSCHAFT: Junge Leute im Gespräch mit Unternehmensvertretern
(Foto: Unternehmerverband)
 
„Nachwuchssicherung ist die entscheidende Herausforderung auch für die Mülheimer Unternehmen. Wir wollen deswegen mehr darüber erfahren, wie die jungen Leute ticken“, sagt Kerstin Einert-Pieper, Geschäftsführerin des Mülheimer Unternehmerverbandes, zu der Motivation, diese Veranstaltung zu organisieren

Die Jugendlichen aus den Klassen 8, 9 und 10 verschiedener Mülheimer Schulen wurden von Moderatorin und Ausbildungsexpertin Felicia Ullrich nach ihren Ausbildungsplänen und ersten Gedanken dazu gefragt. Dabei wurde schnell klar, dass es ihnen nicht nur um die schnelle Karriere geht. Die Vereinbarkeit von Berufsleben und Freizeit ist vielen Schülern zum Beispiel sehr wichtig. Deswegen richtet sich der Blick der jungen Leute nicht nur auf die Frage, welche Berufe für sie besonders spannend sind, sondern vor allem auch darauf, welche langfristigen Perspektiven sie eigentlich in welchen Jobs haben. Wie sieht’s mit den Arbeitszeiten aus? Ermöglicht mir ein Unternehmen, dass ich Familie und Beruf unter einen Hut kriege? Und wieviel Geld verdiene ich da eigentlich?

Wichtige Orientierungshilfen für die Jugendlichen waren bisher vor allem Praktika. Ob durch die Eltern oder durch die Schule vermittelt, ermöglichen Praktika erste Einblicke ins echte Berufsleben. Viele Jugendliche gaben in dem Workshop an, dadurch dann auch einen entscheidenden Impuls erhalten zu haben. Doch das Praktikaangebot, das wurde auch deutlich, ist insgesamt noch sehr überschaubar und auch oftmals gar nicht so leicht ausfindig zu machen.

Bei den Unternehmen stießen die Hinweise der Jugendlichen auf großes Interesse. Das eine oder andere Unternehmen will sogar sein eigenes Praktikaangebot noch einmal überarbeiten. „Wichtig ist, dass man sich in den Praktika dann auch wirklich um die Jugendlichen kümmert, sie auch wertschätzt, dann kommen sie vielleicht als Auszubildende zurück“, berichtet auch Felicia Ullrich aus ihrer Erfahrung.

Welche Ausbildungschancen haben Jugendliche in Mülheim?

Aber woher wissen die Jugendlichen eigentlich, welche Ausbildungschancen sie in und um Mülheim haben? Der Workshop machte schnell deutlich, dass die Informationsdefizite sehr groß sind. Zwei Ursachen dafür wurden von den Teilnehmern benannt: zum einen werden die beruflichen Möglichkeiten in den Schulen immer noch zu wenig thematisiert. Zum anderen sind aber auch viele Unternehmen noch zu zurückhaltend, wenn es darum geht, auf Schulen und Schüler zuzugehen. „Wir haben so gute Perspektiven zu bieten, reden aber nicht darüber und sagen es den jungen Menschen auch nicht“, bekannte ein Mülheimer Unternehmer in der Runde selbstkritisch. Dass man die Kommunikation zwischen Schule und Wirtschaft verbessern muss, ist allen Workshopbeteiligten klar geworden. Und auch, dass man die Runde gerne wiederholen will. „Wir haben voneinander eine ganze Menge gelernt. Und darauf kam es uns an“, so Kerstin Einert-Pieper vom Unternehmerverband.

Der Unternehmerverband hatte den Workshop in Kooperation mit der IHK organisiert und wurde dabei tatkräftig auch von der Koordinierungsstelle Bildung der Stadtverwaltung unterstützt. Die Idee des Workshops geht auf die „Stärkungsinitiative Industrie“ zurück, die dem Wirtschaftsstandort Mülheim Impulse geben soll. Ein wichtiges Thema der Initiative war die Verbesserung der Ausbildungssituation.


Stand: 18.05.2018

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