Jobcenter Mülheim eröffnet Bewerbercenter arbeits.markt.platz am Löhberg

Vier Milliarden Euro, 150.000 Langzeitleistungsbezieher bundesweit… dies konnte man seit Monaten in der Presse verfolgen…. beträchtliche Zahlen. 
Der Bund hat ein neues Regelinstrument zur Integration von Langzeitleistungsbeziehenden in den ersten und zweiten Arbeitsmarkt ins Leben gerufen. „Damit kommt der Bund den langjährigen Forderungen der Arbeitsmarktakteure nach, einen sozialen Arbeitsmarkt zu schaffen“, so Anke Schürmann-Rupp, Leiterin des Jobcenters der Stadt Mülheim an der Ruhr.

Eröffnung des Bewerbercenters arbeits.markt.platz, AMP am Standort Löhberg 72. (von links) Claudia Jürgens, Rolf Betten, Aida Ramic, Nadine Lindermann, Andrea Faßbender, Anke Schürmann-Rupp, Thomas Konietzka und Claudia Kaiser. 09.01.2019 Foto: Walter Schernstein - Walter Schernstein

Eröffnung des Bewerbercenters arbeits.markt.platz, AMP am Standort Löhberg 72. (von links) Claudia Jürgens, Rolf Betten, Aida Ramic, Nadine Lindermann, Andrea Faßbender, Anke Schürmann-Rupp, Thomas Konietzka und Claudia Kaiser.

Foto: Walter Schernstein

Somit entstand nun das Teilhabechancengesetz, eine Erweiterung des SGB II. Auch das Jobcenter der Stadt Mülheim an der Ruhr hat sich gemeinsam mit der Jobservice GmbH als Kooperationspartner nunmehr seit Monaten auf die Gesetzesänderung des SGB II vorbereitet. Ziel ist die Verbesserung der sozialen Teilhabe, das Herstellen von Beschäftigungsmöglichkeiten und die Erhöhung von Beschäftigungschancen von Langzeitleistungsbeziehenden. 

Kurz zu den Zahlen:
Bundesweit stehen insgesamt vier Milliarden Euro bis zum Jahr 2022 zur Verfügung, für das Jahr 2019 allein rund 900 Millionen Euro; dies ergibt für Mülheim eine Zuwendung in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Grundsätzlich können nun Langzeitleistungsbeziehende, die mindestens sechs Jahre im Leistungsbezug und älter als 25 Jahre sind, gefördert werden. Leistungsbeziehende mit mindestens einem minderjährigen Kind oder mit einer Behinderung sollten fünf Jahre im Leistungsbezug sein. 
In Mülheim an der Ruhr erfüllen diese Voraussetzungen rund 2.600 Personen im Leistungsbezug. 

Die Förderdauer beträgt insgesamt fünf Jahre. Für die ersten zwei Jahre können 100% des Tariflohns gefördert werden. In den darauf folgenden drei bis fünf Jahren nach Beginn der Erstförderung sinkt diese jeweils um 10 Prozentpunkte. Ein begleitendes, stabilisierendes Coaching sowie Weiterbildungsmöglichkeiten sind in der Förderung ebenfalls vorgesehen.

In Mülheim an der Ruhr können mit den Bundesmitteln insgesamt rund 134 Arbeitsstellen gefördert werden. Als mögliche Arbeitgeber kommen Wohlfahrtsverbände, freie Träger und Kommunen in Frage, die in klassischer Form als Beschäftigungsträger des sozialen Arbeitsmarktes lokal vertreten sind. Wünschenswert ist zugleich die Einrichtung von möglichst vielen geförderten Beschäftigungen in Betrieben, die auf dem 1. Arbeitsmarkt angesiedelt sind.

Umsetzung des neuen Teilhabechancengesetz in Mülheim an der Ruhr

Als eine Maßnahme zur Umsetzung des neuen Teilhabechancengesetzes hat das Jobcenter der Stadt Mülheim an der Ruhr nun ein Bewerbercenter ins Leben gerufen: den arbeits.markt.platz.

Das Bewerbercenter hat im Kern folgende Aufgaben:

  • Zuweisung von Bestandskundinnen und Bestandskunden durch das Casemanagement des Jobcenters, die die gesetzlichen Vorgaben erfüllen und eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt oder im sozialen Arbeitsmarkt aufnehmen wollen.
  • Erstellen von Bewerbungsunterlagen im Bewerbercenter durch zuständiges Fachpersonal sowie Nutzung der örtlichen EDV-Einrichtung durch die zugewiesenen Kundinnen und Kunden.
  • Akquirierung von Arbeitsplätzen der örtlichen Wirtschaftsunternehmen sowie der freien Trägerlandschaft durch Betriebsakquisiteure.
  • Begleitung der Kundinnen und Kunden während der Beschäftigungsphase auf dem 1. und auf dem 2. Arbeitsmarkt durch Jobcoaches im Zuge der bereits vorhandenen Maßnahmen, die entsprechend erweitert und weiterentwickelt werden.
  • Stabilisierung des bestehenden Arbeitsverhältnisses während der gesamten Förderphase sowie Sicherstellung der Weiterbeschäftigung durch flankierende Maßnahmen nach Bedarf.

Zunächst ist das Bewerbercenter am Löhberg 72 verortet, wird aber im Laufe des Jahres um den Standort Eppinghofer Straße 50 erweitert.

Es konnten bereits schon vor Inkrafttreten der Gesetzesänderung einige Arbeitgeber gewonnen werden, die nach diesem Förderinstrument neue Stellen schaffen. "Wir freuen uns sehr, wenn uns weitere Unternehmen kontaktieren," so Anke Schürmann-Rupp. 
Ansprechbar ist Andrea Fassbender als Systemkoordinatorin unter Telefon 0208/455-5950, Löhberg 72, E-Mail: versenden


Historie zum Standort „arbeits.markt.platz“ am Marktplatz (AMP)

1. Januar 2010: Eröffnung des Zielpunkt.Jobs

Die Prozesse der Sozialagentur sind darauf ausgerichtet, möglichst frühzeitig und intensiv mit den Arbeitssuchenden an einer Perspektive für den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben zu arbeiten. Man hat bereits in der Projektphase hier nach dem „work first“ Ansatz gearbeitet. Diese Entwicklungsphase wurde damals wissenschaftlich begleitet und evaluiert und bildet eine wichtige Säule zum Wiedereinstieg in das Erwerbsleben und somit eine wichtige Säule des Jobcenters | Sozialagentur Mülheim an der Ruhr. 
Seit dem 1. Januar 2014 befinden sich die Räume des Zielpunkt.Jobs nun in der 1. Etage an der Eppinghofer Straße 50

Von Anfang 2014  bis Anfang 2015 wurden diese Räume unter anderem im Zuge des Neubaus „Ruhrquartier“ als Planungsbüro fremdgenutzt. 
 
1. Januar 2016: Eröffnung des Standortes BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier)

Als Modellprojekt „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)“ – Arbeit für Eppinghofen und die Innenstadt“ wurde dieses durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und aus Fördermitteln des Europäischen Sozialfonds sowie des Jobcenters| Sozialagentur, Mülheim an der Ruhr gefördert. In der Zeit vom 1. Oktober 2015 bis zum 31. Dezember 2018 wurden 220 (langzeit)arbeitslose Frauen und Männer in Eppinghofen und der Innenstadt über das ESF-Bundesprogramm BIWAQ erreicht. Vorrangig Menschen mit Migrationshintergrund wurden sehr individuelle und niederschwellig  bei der Integration in Arbeit kultursensibel unterstützt, ihre Lebensbedingungen und -verhältnisse verbessert und Zusammenhalt und kulturelles Zusammenleben im Quartier gefördert. Zunächst waren die Mitarbeiterinnen an verschiedenen Standorten tätig, bis am 29. Juni 2016 dann der neue zentrale Standort am Marktplatz am Löhberg 72 durch Oberbürgermeister Ulrich Scholten feierlich eröffnet werden konnte. 
Trotz der Erfolge innerhalb des Projektes lief die Förderphase zum 31. Dezember 2018 aus und wurde seitens des Ministeriums für Mülheim nicht weiter verlängert.

1. Januar 2019: Eröffnung des Standortes „arbeits.markt.platz“ (AMP)

Mit Einführung des neuen Teilhabe- und Chancengesetz zum 1. Januar 2019 wird Kundinnen und Kunden, welche Leistungen nach dem 2. Sozialgesetzbuch (SGB II) erhalten und langzeitarbeitslos sind, nunmehr die Möglichkeit seitens des Bundes gegeben, in einem sozialen Arbeitsmarkt einzumünden. Diese neue Form der Beschäftigung wird unter dem neuen Paragraphen §16i SGB II geregelt. Weiterhin wurde im Zuge der 10. Änderungsgesetzes auch der §16e SGB II reformiert und verändert. 
Der AMP wird sich in der ersten Phase mit zwei Betriebsakquisiteurinnen, drei JobCoaches sowie einer Koordinatorin hauptsächlich um Menschen kümmern, die aufgrund einer langen Arbeitsunterbrechung  sowie durch persönlich belastende Lebensereignisse zur Zeit keinen Fuß auf dem nicht geförderten Arbeitsmarkt fassen können. Diese ganzheitliche Betreuung geschieht in Kooperation mit der 100%igen Tochtergesellschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr, der Job Service GmbH – JSG. 
Ziel des AMPs ist es bedarfsgerechte, kompetente und schnelle Anschlusslösungen zusammen mit den Kundinnen und Kunden zu finden und behördliche Barrieren so unkompliziert wie möglich zu machen. 
Ein Markenzeichen wird neben der individuellen Betreuung der Kundinnen und Kunden die hochwertige technische Ausstattung des AMPs sein, die in einer immer schneller werden Arbeitswelt weg vom klassischen Papierwesen hin zur digitalen Arbeitswelt immer notwendiger wird. So stehen den arbeitssuchenden Menschen nicht nur klassische Bewerberterminals zur Verfügung, sondern auch Tablets sowie andere digital unterstützende Hilfsmittel, die eine Aufnahme einer Beschäftigung fördern werden.

Schnell, nachhaltig, unkompliziert, offen, individuell und lösungsorientierte Hilfs- und Unterstützungsangebote werden die Arbeitsweise des neuen arbeits.markt.platz am Standort Löhberg 72 auszeichnen.  
"Damit sehen wir den neuen „arbeits.markt.platz“ in guter Tradition zu unseren bewährten Marken wie dem „Zielpunkt.Job“ und dem „U25 Haus“," sagt die Leiterin der Sozialagentur, Anke Schürmann-Rupp.

Kontakt


Stand: 10.01.2019

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