Neuauflage der Erlebnisroute Mülheimer Bodenschätze

Neuauflage der Erlebnisroute Mülheimer Bodenschätze

Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat in Kooperation mit der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet e.V. ihr über 10jähriges Erfolgsprojekt der Mülheimer Bodenschätze modernisiert und erweitert. Damit soll auf die steigende Bedeutung und Funktionen gesunder Böden aufmerksam gemacht und diese deutlicher ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat in Kooperation mit der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet e.V. ihr 10 jähriges Erfolgsprojekt der Mülheimer Bodenschätze modernisiert und erweitert, um auf die steigende Bedeutung und Funktionen gesunder Böden aufmerksam zu machen und diese deutlicher ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Erlebnisroute Mülheimer Bodenschätze und GeoRoute am Wasserbahnhof, Schleuseninsel. 16.04.2021 Foto: Walter Schernstein - Walter SchernsteinFotos: Walter Schernstein

Die Mülheimer Bodenschätze wurden als Projekt zum nachhaltigen Schutz des Bodens im Jahr 2009 mit Unterstützung der Stiftung Nordrhein-Westfalen unter dem Motto: „Wir machen gemeinsam Boden gut“ ins Leben gerufen und sind Bestandteil des Mülheimer Bodenschutzkonzeptes. Gesunde Böden sind die Grundlage des Lebens, sie sichern die Ernährung, sind Wasserspeicher, filtern Schadstoffe und Trinkwasser und tragen als zweitgrößter Kohlenstoffspeicher der Erde zur Klimastabilität bei. Durch die Zunahme an Siedlungs- und Infrastrukturflächen, steigende Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden, Belastung durch zunehmende extreme Trockenheit durch Klimawandelfolgen sowie Flächenverbrauch für Bauvorhaben werden gesunde Böden massiv gefährdet und somit auch unsere Lebensgrundlage.
Um Bürgerinnen und Bürger für einen nachhaltigen, bewussten Umgang mit ihren Böden zu sensibilisieren wurden die Bodenstationen inhaltlich, medial und räumlich erweitert und vermitteln an insgesamt 11 Stationen in der Innenstadt und im südlichen Ruhrtal, wertvolles Wissen zum Schutzgut Boden. Eine neue inhaltliche Schwerpunktsetzung hat die Route im Hinblick auf die Klimaanpassung und die Bedeutung gesunder Böden als Kohlenstoffspeicher erhalten sowie 10 neue Botschaftertafeln an Mülheimer Schulen.

Ein attraktives Angebot an Tafeln, Bodenprofilen und Hörstationen vermittelt auf spielerische und leicht zugängliche Art spannende Fakten und zeigt Handlungsoptionen auf, was jede Person zum Schutz dieser wertvollen Ressource beitragen kann. QR-Codes an den einzelnen Stationen ermöglichen einen Zugriff auf den modernisierten Internetauftritt und die Texte als barrierefreie Audiofassung anzuhören. An den Stationen zum Boden, der Bodennutzung und dem Bodenleben, wird der Boden an die sichtbare, erlebbare und mit allen Sinnen fühlbare Oberfläche geholt. Eine neue Bodenstation an der Leineweberstraße in der Innenstadt ermöglicht einen anschaulichen Einblick in die Profile zweier Bodentypen und die Struktur von Böden. Hier am Wasserbahnhof bekommen Sie mit Hilfe der Litfaßsäule "Mülheimer Bodenleben" eine Übersicht über alle Stationen, Routen und Botschafter und über den Zusammenhang Zusammenhang zwischen Boden und Klima. An der nahegelegenen Station in den Ruhranlagen beim Luisental können Sie die "Bodenschätze" in Schatzkisten betrachten. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad können die Stationen auf der circa 15 Kilometer langen Gesamtroute oder auf kürzeren Themenpfaden (2,5 Kilometer „Auf alten Wegen“ beziehungsweise 6,9 Kilometer „Berg und Tal“) erkundet werden. Weitere Informationen über den Böden und ihre Funktionen gibt es auf der Internetseite: https://geo.muelheim-ruhr.de/bodenstationen

Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat in Kooperation mit der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet e.V. ihr 10 jähriges Erfolgsprojekt der Mülheimer Bodenschätze modernisiert und erweitert, um auf die steigende Bedeutung und Funktionen gesunder Böden aufmerksam zu machen und diese deutlicher ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Erlebnisroute Mülheimer Bodenschätze und GeoRoute am Wasserbahnhof, Schleuseninsel. 16.04.2021 Foto: Walter Schernstein - Walter Schernstein

Das Bodenklassenzimmer
Die Erlebnisroute Mülheimer Bodenschätze schafft eine lineare Verknüpfung wichtiger Institutionen der Mülheimer Umweltbildung und ist eingebettet in ein Gesamtkonzept, zu dem auch das seit 10 Jahren bestehende Bodenklassenzimmer gehört. Diese Angebot der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet e.V. für Schülerinnen und Schülern bietet die Gelegenheit, altersgerecht und mit viel Spaß mehr über die Entstehung der Böden in Mülheim und ihre Bedeutung für Natur und Mensch zu erfahren. An außerschulischen Lernorten werden erste Einblicke in naturwissenschaftliche Beobachtungen und Methoden gegeben und so Interesse geweckt.
Hier finden Sie den Flyer zu den Mülheimer Bodenschätzen.

Aktionsprogramm Grüne Lückenschlüsse
Die Neuauflage der Erlebnisroute Mülheimer Bodenschätze wurde mit Hilfe von Fördergeldern des Aktionsprogramms Grüne Lückenschlüsse im Rahmen der Offensive Grüne Infrastruktur 2030 umgesetzt. Die Offensive Grüne Infrastruktur 2030 ist ein Projekt der Ruhr-Konferenz unter Federführung des Regionalverband Ruhr (RVR), mit dem Ziel ein durchgängiges Netz aus Grün- und Freiräumen im Ruhrgebiet zu schaffen. Themen wie Biodiversität, Klimaanpassung, Schutz der natürlichen Ressourcen, Umweltbildung, Ge-sundheit sowie Umweltgerechtigkeit (Zugang aller Menschen zur Natur) und die kurzfristige Umsetzbarkeit spielen bei der Auswahl der Maßnahmen eine große Rolle. Zur Umsetzung stehen Fördermittel des NRW Umweltministeriums bereit und der RVR gibt diese anteilig an die Kommunen weiter. Noch in diesem Jahr sollen 27 weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Die Förderung übernimmt zu hundert Prozent das Land. 

Neue Informationstafeln des GeoParks Ruhrgebiet
Zeitgleich zur Erlebnisroute wurde auch der thematische verknüpfte Ausbau der GeoRoute Ruhr des GeoParks Ruhrgebiet e.V. im Raum Mülheim fertiggestellt, die mit der Route der Mülheimer Bodenschätzen an einigen Stationen verbunden ist. Der Verein schützt und präsentiert das geologische Erbe der Metropole Ruhr und fördert Umweltbildung und GeoTourismus. 
Der geologische Untergrund von Mülheim ist geprägt von Gesteinen aus dem Oberkarbon, der Kreide- und der Eiszeit. Vielerorts sind es aber vor allem die über 300 Millionen Jahre alten Schichten des Karbons, die uns in Böschungen und Steinbrüchen hier im Ruhrtal begegnen und in die auch die Ruhr ihr Bett gegraben hat. Verbunden werden einige dieser Geopunkte über die GeoRoute Ruhr. Mit Fördermitteln des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) und in Zusammenarbeit mit der Stadt Mülheim konnte der GeoPark Ruhrgebiet nun 6 neue Informationstafeln auf dem Wanderweg errichten, und mit diesem Schritt dazu beitragen, den Ausbau der GeoRoute Ruhr weiter voranzutreiben. 
Die Tafelstandorte am Auberg, an der Mintarder Ruhrtalbrücke, auf dem Kahlenberg, am Kalversberg und an der Freilichtbühne ermöglichen Einblicke in die Gesteine unter unseren Füßen und informieren in anschaulicher Weise über die erdgeschichtlichen Entwicklungsprozesse der Region. Aber auch der enge Zusammenhang von Geologie und der wirtschaftlichen Entwicklung Mülheims wird thematisiert. So lieferte eine im Stadtgebiet anstehende Sandsteinschicht aus dem Oberkarbon einen wichtigen Rohstoff für die Bauindustrie, der gleich in mehreren Steinbrüchen gewonnen wurde. Dort, wo diese Gesteinsschicht die Ruhr kreuzte, entstand eine Stromschnelle, die die Schiffer vor Herausforderungen stellte und zum Anlegen und Abladen ihrer Waren zwang. Eine Entwicklung, von der vor allem die am linken Rheinufer gelegene, frühere Herrschaft Broich profitierte. Das Gefälle der Stromschnelle begünstigte aber auch den Bau von Wassermühlen. 

GeoRoute Ruhr (Durch das Tal des schwarzen Goldes)
Auf einer Strecke von rund 185 Kilometer erbindet die GeoRoute Ruhr mehr als 20 bergbau-historische Themenwege und über 180 geotouristische Haltepunkte. In Mülheim kreuzt der Fernwanderweg an gleich mehreren Stellen die Erlebnisroute der „Mülheimer Bodenschätze“. Weitere Informationen zur GeoRoute Ruhr gibt es unter: www.geopark.ruhr/standorte/georouten/georoute-ruhr/

Kontakt
Ulrike Marx
Stabsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung Mülheim an der Ruhr
Hans-Böckler-Platz 5, 45468 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 0208 / 455-6815
E-Mail: ulrike.marx@muelheim-ruhr.de 

Peter Keil
Biologische Station Westliches Ruhrgebiet e.V.
Ripshorster Straße 306, 46117 Oberhausen
Telefon: 0208 / 46 86 090
E-Mail: peter.keil@bswr.de

Nancy Schumacher 
GeoPark Ruhrgebiet e.V. / Geologischer Dienst NRW
De-Greiff-Straße 195,47803 Krefeld
Telefon: 02151 / 897 227
E-Mail: nancy.schumacher@gd.nrw.de
www.geopark.ruhr 

Kontakt


Stand: 16.04.2021

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