Trotz umfangreicher PCB-Sanierung der Gebäude vor 15 Jahren:

An der Gustav-Heinemann-Gesamtschule gibt es "aktuellen Handlungsbedarf"

Im Vorfeld der anstehenden Fassadensanierung an der Gustav-Heinemann-Schule, bei der konstruktionsbedingt auch Bauteile im Innenbereich betroffen sind, wurden standardmäßig Untersuchungen auf möglicherweise vorhandene Schadstoffe durchgeführt. Trotz einer bereits vor 15 Jahren abgeschlossenen Schadstoffsanierung wurden bei einer ersten Messung erhöhte Konzentrationen an Polychlorierten Biphenylen (PCB) festgestellt. Daraufhin erfolgten vorsorglich weitere stichprobenartige Messungen der Raumluft, bei denen lediglich in einem von 23 untersuchten Unterrichtsräumen der Grenzwert von 300 Nanogramm pro Kubikmeter (ng/m³) leicht überschritten wurde. Dieser wurde vorsorglich aus dem Betrieb genommen. In einigen Flurbereichen überstieg die Konzentration in der Raumluft den genannten Grenzwert von 300 ng/m³ um ein Vierfaches. 

Zum Hintergrund:
Die einschlägigen Richtlinien des Gesetzgebers für den Umgang mit dem Schadstoff PCB sehen grundsätzlich folgende Abstufungen für Grenzwerte vor:

Sanierungszielwert: < 300 ng/m3
Eine Belastung bis 300 ng/m3 (Vorsorgewert) gilt als langfristig tolerabel und stellt auch das Ziel bei einer Sanierung dar.  

Mittelfristiger Handlungsbedarf: 300 bis 3.000 ng/m3
In einem Konzentrationsbereich zwischen 300 und 3.000 ng/m³  ist die PCB-Quelle aufzuspüren und unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit mittelfristig zu beseitigen. Zwischenzeitlich kann durch verschiedene Maßnahmen die Konzentration verringert werden (z.B. Lüften, regelmäßige Reinigung).

Interventionswert: kleiner als > 3.000 ng/m3
Gesundheitsgefahren sind bei Werten höher als > 3.000 ng/m³ PCB in der Raumluft nicht auszuschließen. Sollten Kontrollanalysen die Belastung bestätigen, muss mittels Sofortmaßnahmen die Konzentration gesenkt werden (Interventionswert).

„Die aufgeführten Konzentrationsbereiche basieren auf der Bewertung der PCB-Aufnahme des Körpers während der Aufenthaltsdauer von 24 Stunden in den betroffenen Bereichen. Mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von maximal acht Stunden in den Bereichen der Unterrichtsräume und einer wesentlich geringeren Aufenthaltsdauer in den Flurbereichen ist davon auszugehen, dass die täglich tolerable Aufnahmemenge aufgrund der bislang vorliegenden Messwerten in der Regel nicht ausgeschöpft wird“, erläutert Dr. Frank Pisani vom Gesundheitsamt.

Schul- und Gesundheitsdezernent Marc Buchholz sowie Immobiliendezernent Stadtkämmerer Frank Mendack haben in Abstimmung mit ihren Fachleuten dennoch folgende präventive Maßnahmen beschlossen:

  • Durchführung von weiteren Messungen in allen Räumen der Gustav-Heinemann-Schule in den diesjährigen Osterferien.
  • Aufspüren der PCB-Quellen und Bewertung, welche Maßnahmen zur Beseitigung ergriffen werden müssen.
  • Auf Empfehlung des Gesundheitsamtes Einführung von regelmäßigen Stoßlüftungen vor den Unterrichtsstunden als Vorsorgemaßnahme, um die Raumluftkonzentrationen zu verringern. 
  • Regelmäßige Informationen in den Schulmitwirkungsgremien durch die zuständigen Vertreter der Stadt über den weiteren Fortgang der Angelegenheit.
  • Weitere Begleitung durch das Gesundheitsamt, welches auch für Rückfragen aus der Schulgemeinde hinsichtlich grundsätzlicher Auswirkungen von Schadstoffen auf die Gesundheit zur Verfügung steht.

In einem Gespräch der beiden Dezernenten mit der Schulleitung sowie Eltern- und Schülervertretern am Mittwochnachmittag wurden die genannten Maßnahmen vorgestellt und einvernehmlich so vereinbart. Weitere Informationsveranstaltungen werden folgen.

Kontakt


Stand: 13.02.2020

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