Zukünftige Kindertagesbetreuung in Mülheim an der Ruhr

Zukünftige Kindertagesbetreuung in Mülheim an der Ruhr

Am Montag, 27. April 2020 haben Vertreterinnen und Vertreter der Träger von Kindertageseinrichtungen, der Kindertagespflege und des Stadtelternrats gemeinsam mit der Verwaltung die Betreuungssituation der Kinder in Mülheim beraten. In einem intensiven Austausch wurde auch der Weg zum weiteren Vorgehen im Rahmen der Kindertagesbetreuung erörtert. Die Sitzung fand unter Wahrung der gebotenen Abstandsregeln im Rathaus statt.

Coronavirus. Informationsgespräch, Jugenddezernent Marc Buchholz mit den Trägern der Kindertageseinrichtungen. Rathaus.  16.03.2020 Foto: Walter Schernstein - Walter SchernsteinMitte März fand ein erstes Treffen und Informationsgespräch im Rathaus statt.
(Foto: Walter Schernstein)

Jugenddezernent Marc Buchholz nutzte die Gelegenheit und dankte allen in Kindertagespflege und Kindertageseinrichtung Beschäftigten für den persönlichen Einsatz in den letzten Wochen. 

Außerdem dankte er allen Eltern für die verantwortungsvolle und umsichtige Inanspruchnahme der bestehenden Notbetreuungsangebote. Der Spagat zwischen Kinderbetreuung und Infektionsschutz gelingt in Mülheim bisher gut. Es ist gelungen eine Überforderung des Gesundheitssystems zu vermeiden und gleichzeitig kritische Infrastrukturbereiche aufrechtzuerhalten.

Vorschlag zur Umsetzung eines Dreistufenplans

Den Blick nach vorne gerichtet schlägt der Jugenddezernent einen Dreistufenplan vor, wie in Mülheim an der Ruhr die Kindertagesbetreuung unter den besonderen Bedingungen der Coronapandemie gestaltet werden kann. 

In der ersten Stufe werden die aktuellen Vorgaben des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) umgesetzt. Insbesondere berufstätige Alleinerziehende können nun zusätzlich zu den Eltern aus sogenannten systemrelevanten Berufen die Kinderbetreuung in Anspruch nehmen. 

Bedingt durch die Dynamik sind hier weitere Veränderungen bei den Rahmenbedingungen in der Kindertagesbetreuung zu erwarten, auf die Stadt und freie Träger kurzfristig - abgestimmt - reagieren werden. 

Die zweite Stufe stellt ein Szenario dar, wie Eltern und die Träger von Kindertageseinrichtungen die Sommerferien „überbrücken“ können. 

Eltern sollen Unterstützung erhalten, wenn sie bedingt durch die Coronapandemie bereits jetzt ihren Jahresurlaub aufgebraucht haben und berufsbedingt keine Betreuung in den Sommerferien mehr möglich ist. Alle Träger der Mülheimer Kindertageseinrichtungen werden in den kommenden Wochen, im Rahmen der landesseitigen Vorgaben und im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten, mit den Eltern in eine Abstimmung hierüber gehen.

In der dritten Stufe bereiten sich Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege gemeinsam mit dem Jugendamt auf das neue Kindergartenjahr (ab 1.8.2020) vor, wenn die „neuen“ Kita-Kinder die Einrichtungen besuchen werden. Hier gilt es vor allem die Eingewöhnungsphase zu gestalten und das Distanzgebot zwischen Eltern und dem pädagogischen Personal sicherzustellen. 

Kindergarten, Tageseinrichtung, Kita, Betreuung, Erzieherinnen, Erzieher, Träger, Spielen, Spielzeug - Pixabay(Foto: Pixabay)

Da es bisher keine landesrechtlichen „Corona-Regelungen“ für die Gruppengröße in Kindertageseinrichtungen gibt, zusätzlich das Landesjugendamt eine Empfehlung abgegeben hat, dass ein Mund-Nasen-Schutz im Kitabereich aus pädagogischer Sicht nicht empfohlen wird und ein Abstandsgebot im Kita-Alltag kaum zu gewährleisten ist, müssen alle Beteiligten in der Abwägung von Gesundheitsschutz, notwendiger berufsbedingter Betreuungszeit und pädagogischem Anspruch der Kinder auf gemeinsames Spielen einen ausgleichenden Konsens finden. Dabei spielt – auch vor dem Hintergrund der geplanten schrittweisen Öffnung der Betreuung für weitere Personengruppen - das Wissen um die möglichen noch verbleibenden Kapazitäten in den verschiedenen Betreuungsangeboten und Einrichtungen eine entscheidende Rolle. So können zum Beispiel aufgrund eigener Zugehörigkeit zur Risikogruppe nicht alle Erziehenden und Kindertagespflegepersonen ihrer Tätigkeit nachkommen. Aus diesem Grund ist es vorgesehen, über eine Befragung herauszufinden, wie viele 
Fachkräfte aktuell zur Verfügung stehen (in Prozent der Stunden aller Fachkräfte).

Um im Verhältnis dazu bestimmen zu können, wie viele Kinder in den kommenden Wochen noch in die Betreuungssysteme aufgenommen werden können, bedarf es daher zunächst einer Einschätzung darüber, unter welchen Rahmenbedingungen die vom Land angekündigte schrittweise Öffnung vor Ort in Mülheim erfolgen kann und sollte. 

Die Anwesenden verständigten sich daher am Montag (27.4.) auf einen gemeinsamen Abstimmungsprozess, in dessen Rahmen unter Beteiligung des Gesundheitsamtes unter anderem die Rahmenbedingungen (insbesondere Gruppengröße, Betreuungsschlüssel) mit Blick auf künftige weitere Öffnung der Angebote erörtert werden sollten. Dies wiederum immer unter Berücksichtigung der für die Zukunft weiter anstehenden Vorgaben des Ministeriums (Neufassung Coronabetreuungsverordnung).

Alle Beteiligten haben sich am 27. April ebenfalls darauf verständigt, dass die Ergebnisse in einer erneuten Beratungsrunde nach Pfingsten erörtert werden und ein verlässlicher Fahrplan für die zukünftige Kinderbetreuung für das kommende Kitajahr in Mülheim dann erstellt wird.

Bei allem Tun, so der Jugend- und Gesundheitsdezernent, gilt es das Wohl der Kinder im Auge zu behalten, gleichzeitig Eltern so weit wie möglich zu entlasten und Mitarbeitende weitestgehend zu schützen.

Kontakt


Stand: 30.04.2020

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