Archiv-Beitrag vom 11.05.2005Sanierung ehem. Zinkhütte Eppinghofen: Untersuchungsumfang Boden

Im gesamten Untersuchungsgebiet wurden zunächst Sondierungen bis in den anstehenden Untergrund durchgeführt, um die Verbreitung der Produktionsrückstände der ehemaligen Zinkhütte zu ermitteln. Als Ergebnis musste festgestellt werden, dass die Aschen und Schlacken ein Gebiet von ca. 17 ha im Schnitt 2–3 m mächtig überdecken. Lokal begrenzt wurden maximal 8 m mächtige Ablagerungen angetroffen.

Aus diesen Sondierungen gewonnene Mischproben wurden im Hinblick auf das Schadstoffinventar der abgelagerten Zinkhüttenrückstände untersucht, wobei hohe Gehalte insbesondere bezüglich Arsen, Blei, Cadmium und Zink festzustellen waren.

Auf jedem Grundstück im betroffenen Gebiet wurden dann auf Veranlassung der Stadt Mülheim an der Ruhr Mischproben von den nicht versiegelten Flächen entnommen. Hierbei erfolgte eine Unterscheidung in den direkt oberflächennahen Boden (etwa 30 cm mächtig) und das darunter liegende Material bis zu maximal 1 m Tiefe.

Im ersten Untersuchungsschritt wurden insgesamt 109 Flächen auf die Gesamtgehalte an Arsen, Blei, Cadmium und Zink untersucht mit dem Ziel, die Grundstücke mit Bodenbelastungen von denjenigen ohne (unterhalb der Prüfwerte der BBodSchV) zu unterscheiden. Das Ergebnis war eindeutig: nahezu auf der gesamten Fläche wurden Überschreitungen der Prüfwerte festgestellt. Als Hauptbelastungsparameter stellte sich Blei heraus:

Übersicht über die Bodenuntersuchungsergebnisse:

 

Arsen

Blei

Cadmium

Prüfwerte BBodSchV
(Wohngebiet)

 

0,0-0,3 m

0,3-1,0 m

0,0-0,3 m

0,3-1,0 m

0,0-0,3 m

0,3-1,0 m

Arsen

Blei

Cadmium

Minimum

4,5

6,1

52

37

0,66

0,60

50

400

20 (2)

Maximum

119

177

9.160

25.829

49

43

   

alle Angaben in mg Substanz pro kg trockener Boden
() falls auch Nutzpflanzenanbau

Da die Überschreitung von Prüfwerten allein nicht gleichzusetzen ist mit einer Gefahrensituation, wurden aufbauend auf den Ergebnissen des ersten Untersuchungsschrittes spezielle Detailuntersuchungen zur Klärung der tatsächlichen Gefahr für die menschliche Gesundheit durchgeführt.

Dies geschah mit Hilfe einer speziellen Methode, die die Passage von verschlucktem Boden durch den Magen-Darm-Trakt des Menschen simuliert. Hierbei konnte beispielsweise festgestellt werden, dass davon auszugehen ist, dass das im Boden gebundene Blei nach dem Verschlucken im Mittel zu etwa 50 % aus dem Boden herausgelöst wird und in den menschlichen Körper aufgenommen werden kann.

Der mit diesen Verfügbarkeitsuntersuchungen erreichte Kenntnisstand führt insbesondere aufgrund der festgestellten Belastungen durch Blei zu dem Ergebnis, dass auf vielen Flächen im Untersuchungsgebiet eine Gefahr für die menschliche Gesundheit festzustellen ist. Als Folge dieser Feststellung wurde die Empfehlung ausgesprochen, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr vorzusehen.

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Stand: 21.05.2007

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