Mülheimer Bürger*innen engagieren sich für eine Energiewende

Mülheimer Bürger*innen engagieren sich für eine Energiewende

Bereits mehr als 1.000 Bürger*innen haben investiert und eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach installiert.

Mülheimer Bürgerinnen und Bürger engagieren sich für eine Energiewende. Ortstermin mit Bürgerenergiegenossenschaft Ruhr West (BEGRW), Vertreterinnen der Stadt (Beigeordneter Peter Vermeulen, Vertreterin der Stabsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung). Essers Bedachungen, Elbestraße 27. 15.02.2021 Foto: Walter Schernstein - Walter Schernstein
Mülheimer Bürger*innen engagieren sich für eine Energiewende. Ortstermin mit Bürgerenergiegenossenschaft Ruhr West (BEGRW)
Foto: Walter Schernstein

Unsere Gesellschaft befindet sich auf dem Weg der Decarbonisierung der Energieversorgung. In den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr werden überall große Anstrengungen unternommen Kohle, Öl und Gas durch regenerative Energieträger wie Sonnen- und Windenergie zu ersetzen. Auch die effizientere Nutzung von Energie ist ein Baustein der Energiewende. Mülheimer Bürger*innen sowie ihre Industrie und Gewerbebetriebe leisten hierzu ebenfalls ihren Beitrag. Dies wird am Beispiel des Stromverbrauches deutlich. Waren es vor einigen Jahren noch rund 1 Milliarde Kilowattstunden Strom pro Jahr, die jährlich verbraucht wurden, werden heute rund 20 Prozent weniger Strom benötigt. Auch heute noch wird dieser aus dem überörtlichen Stromnetz bezogene Strom überwiegend aus fossilen Energieträgern erzeugt.

Strombezug und Lokale Regenerative Stromerzeugung 2019 - Dezernat VI / Stabsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung
Vor sechs Jahren hatte der Rat der Stadt mit dem Energetischen Stadtentwicklungsplan erstmals auch konkrete Ziele zum Ausbau von regenerativen Stromerzeugungsanlagen wie Photovoltaik und Windenergie im Stadtgebiet beschlossen. Bereits mehr als 1.000 Bürger*innen haben investiert und eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach installiert. Diese Anlagen sind in Kombination mit einem Speicher besonders interessant für die Abdeckung des Eigenstrombedarfes der Haushalte. Etwa die Hälfte der installierten Leistung für Photovoltaik entfällt auf wenige größere Dachanlagen auf Hallen und Bürogebäuden. Ein erstes Windrad konnte im Styrumer Ruhrbogen auf einer städtischen Fläche in Betrieb genommen werden. „Auch die dort geplante Freiflächenphotovoltaikanlage in der Größenordnung von 5,6 Megawatt Peak wird dazu beitragen, den Strombedarf in der Stadt Mülheim an der Ruhr zunehmend durch Erneuerbare Energie zu decken“ so der Dezernent für Umwelt, Klima und Bauen, Peter Vermeulen.

 

Auflistung der derzeit in Betrieb befindlichen Photovoltaik-Anlagen nach Größenkategorisierung (Stand: 26. Januar 2022)
Kategorie Größe absolute Anzahl Summe installierter Bruttoleistung Mittelwert
Kleine Anlagen (Privathäuser) 01-10 kWp

1.076

5.892,25 kWp 5.476 kWp
Mittlere Anlagen (Kleingewerbe) 10-40 kWp 154 2.960,71 kWp 19.255 kWp
Großanlagen (Gewerbe & Industrie) 40-End kWp 52 9.162,77 kWp 176.207 kWp
Insgesamt:   1.282 18.015,73 kWp 14.052 kWp

Dennoch müssen die vorhandenen Potenziale zum Ausbau Erneuerbarer Energien zukünftig weiter ausgeschöpft werden, um die großen Mengen an Strom, die in allen Sektoren (Gewerbe, Industrie, Verkehr und Haushalte) benötigt werden, abzudecken.

Mit dem Ziel, Klimaneutralität möglichst schon im Jahr 2035 zu erreichen, stellen sich weitere Herausforderungen und eine größer werdende Umsetzungslücke gilt es zu verkleinern. All dies kann gelingen, wenn viele Beteiligte mitmachen, investieren, Flächen bereitstellen, Anlagen bauen und Personal ausbilden.

Ein wichtiger Baustein in diesem Konzept sind Bürgerenergiegenossenschaften. Deren Engagement und Zusammenwirken mit anderen Beteiligten aus Verwaltung, Handwerk und der Stadtgesellschaft möchten wir Ihnen vorstellen.

Die BürgerEnergieGenossenschaft Ruhr-West (BEG-RW) wurde 2016 gegründet und hat inzwischen über 20 Photovoltaikanlagen in Mülheim und dem westlichen Ruhrgebiet realisiert. Diese erzeugen jährlich circa 72.500 Kilowattstunde sauberen Solarstrom und sparen etwa 36 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Die etwa 120 Mitglieder der Genossenschaft haben genossenschaftseigene Anlagen finanziert. Die BEG-RW plant, baut und betreibt Solaranlagen - sowohl für Gewerbetreibende als auch für Privatpersonen. Durch die Beteiligung an der BEG-RW können Bürger*innen unmittelbar an der Energiewende teilhaben. Ihr Motiv ist, Solarstrom von Bürger*innen für Bürger*innen zu produzieren und so einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Nähere Informationen und Kontakte finden Sie auf der Internetseite der: BürgerEnergieGenossenschaft Ruhr-West

Best Best-Practice-Beispiele für Gewerbetreibende finden Sie auf der Informationsseite des Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen: Mehr Photovoltaik auf Gewerbedächern

Die BEG-RW plant, finanziert, baut und betreibt auch Solaranlagen für Gewerbebetriebe. Sie können eine Anlage mieten oder kaufen und profitieren so direkt vom selbst erzeugten Ökostrom. Der überschüssige Solarstrom wird ins Netz eingespeist und der Betrieb bekommt dafür eine Einspeisevergütung. Alle Formalitäten (Förderberatung, Anmeldung der Solaranlage, Finanzierung) werden von der BEGRW übernommen. Kurz: ein „Rund-um-sorglos-Paket“ für Gewerbebetriebe.

Bei der Errichtung von Solaranlagen arbeitet die BEG-RW ausschließlich mit örtlichen Handwerksunternehmen zusammen. So bleiben große Teile der Wertschöpfung in Mülheim und der Region West. Beispiele erfolgreich umgesetzter Anlagen finden Sie auf der Übersichtsseite: Photovoltaikanlagen der BEG-RW in Betrieb

Bei einem Potenzial von circa 3.000 Gewerbedächern und -flächen würden bis 2035 so jährlich über 30 qualifizierte Fachkräfte für die Planung und den Bau von Solaranlagen* Beschäftigung haben - mit einem Gesamtumsatz von circa 7,5 Millionen Euro. Nimmt man Wohn- und sonstige Gebäude hinzu, sind Bau, Betrieb und Wartung von Solaranlagen in Zukunft wohl auch ein Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung.

Die BEGRW ermöglicht als Genossenschaft den Mülheimer Bürger*innen durch ihre Mitgliedschaft auch die finanzielle Beteiligung am Erfolgsmodell „Mülheimer Energiewende“. Ein wichtiger Beitrag für die Energiewende und den Klimaschutz zu einem klimaneutralen Mülheim an der Ruhr.

*Bei einer mittleren Anlagengröße von 30 Kilowatt-Peak

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Stand: 15.02.2022

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