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Christine Erhard – Building Images
Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Bauhaus“

Ab dem 27. September ist die Düsseldorfer Künstlerin Christine Erhard (*1969) im MUSEUM TEMPORÄR zu Gast. Unter dem Titel „Building Images“ inszeniert die Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie ihre fotografischen Arbeiten als raumgreifende Installation, in der die Architektur des Ausstellungsraums an der unteren Schloßstraße eine integrale Rolle spielt.

Basierend auf einer intensiven Auseinandersetzung mit programmatischen Architekturen aus dem 20. Jahrhundert hat Christine Erhard eine Bildsprache entwickelt, die in einem mehrstufigen Entstehungsprozess skulpturale und installative Elemente mit dem Medium der Fotografie verbindet.

Als besonderer Referenzpunkt dienen der Künstlerin die visionären Bauten der russischen Konstruktivisten und der Bauhaus-Architekten sowie die aus rohem Beton errichteten Gebäude des Brutalismus aus den 1950er- und 1960er-Jahren.
Aus eigenen und in Publikationen gefundenen Fotografien dieser bahnbrechenden Architekturen entstehen zunächst aufwendige, im Collageverfahren zusammengefügte, dreidimensionale Raummodelle, die auf ein Paradox im Umgang mit unserer gebauten Umwelt verweisen: Einerseits prägen Architekturen den Charakter einer Stadt maßgeblich, anderseits geben sie nur sehr wenig von ihrem Inneren preis.

Die auf den speziellen Blickwinkel der Kamera hin konstruierten Raummodelle platziert die Künstlerin anschließend im Atelier oder vor den realen Architekturen, lichtet diese erneut ab und überführt sie auf diese Weise zurück in die Zweidimensionalität. Eine künstlerische Strategie, die die Methoden der klassischen Architekturfotografie aus den Angeln hebt: Nicht das Motiv bestimmt den Standort der Kamera, sondern das Modell wird auf den Kamerablickwinkel hin konstruiert. Mit ihren sorgsam komponierten fotografischen Objekten führt die Künstlerin dem Betrachter vor Augen, dass unser Blick auf die Architektur der Moderne fast ausschließlich von Fotografien bestimmt ist. Mit den Mitteln der konzeptuellen Fotografie geht sie der Frage nach, „inwieweit unsere allgemeine Vorstellungswelt viel mehr von Bildern als durch unsere eigene Erfahrung geprägt ist“.

Eine wandfüllende Installation in der Schaufenstervitrine offenbart dem Flaneur die künstlerische Vorgehensweise Erhards: Das Herauslösen, Wiederarrangieren und Kombinieren von architektonischen Details zu einem neuen Ganzen, das in Beziehung zum realen Raum neue Wahrnehmungsebenen öffnet.


Stand: 17.09.2019

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