"Auf den Punkt 1 reduziert": Ausstellung im Historischen Rathaus

Geflüchtete Kinder zeigen "Schätze" aus der verlorenen Heimat

Ein Fotoprojekt dokumentiert Gegenstände, die geflüchtete Kinder nach Mülheim mitgebracht haben. Eröffnet wurde die Ausstellung dieser Tage durch Bürgermeisterin Margarete Wietelmann im Historischen Rathaus.

Foto der Ausstellung Auf den Punkt 1 reduziert im Historischen Rathaus - Geflüchtete Kinder zeigen Schätze aus der verlorenen Heimat - Tobias Grimm

Die Ausstellung mit dem Titel „Auf den Punkt 1 reduziert“ ist im Rahmen einer Foto-AG der Realschule Mellinghofer Straße entstanden. Als Dependance dieser Realschule besteht seit zwei Jahren die „Schule 2.0.“, in der geflüchtete Kinder Erstförderung erhalten, Deutsch, Englisch und Mathematik lernen. Einige von ihnen haben zu dem Fotoprojekt persönliche Geschichten beigesteuert und ihre mitgebrachten "Schätze" präsentiert.

Angeleitet wurden sie von dem freien Fotografen Frank Plück, der bereits seit drei Jahren die Foto-AG an der Realschule Mellinghofer Straße betreut. Mitgewirkt hat auch Jounalismus-Student Niclas Scheidt, der an der „Schule 2.0“ als unterstützender Mitarbeiter angestellt ist. Scheidt führte Interviews mit den Kindern und Jugendlichen, um die Fotos mit Geschichten anzureichern, in denen es nicht nur um die dramatische Vergangenheit der jungen Flüchtlinge geht, sondern auch um ihre Zukunft. Viele haben ihm ihre Berufswünsche verraten und mit allen konnte er sich auf Deutsch verständigen.

Foto der Ausstellung Auf den Punkt 1 reduziert im Historischen Rathaus - Geflüchtete Kinder zeigen Schätze aus der verlorenen Heimat - Tobias Grimm

Bürgermeisterin Margarete Wietelmann dankte in ihrer Rede zur Ausstellungseröffnung den beiden: "Sie zeigen die Kinder und den ganz besonderen Gegenstand, der ihnen alles bedeutet und den Sie auf der Flucht auf keinen Fall zurückgelassen hätten. Die Fotos spiegeln die Leben normaler Kinder mit ungewöhnlicher Geschichte. Die Geschichte ihres ganz besonderen Gegenstandes haben sie erzählt".

"Die Betrachtung einzelner Schicksale berührt"

Das Thema Flüchtlinge sei in den Medien omnipräsent, so die Bürgermeisterin weiter. Doch vor allem die Betrachtung einzelner Schicksale sei es, die berührt. "Insbesondere sind es die Kinder, die fremdbestimmt in diese neue Situation geraten. Durch diese Ausstellung bekommt das Thema verschiedene ganz individuelle Gesichter. Die Kinder schauen uns an und fordern uns auf, ihre Geschichte anzuhören beziehungswweise anzusehen. Eine Geschichte, die immer einzigartig ist … und doch stellvertretend für viele steht. Einzelne Gegenstände werden im besonderen Kontext individuell wichtig. Sie geben Halt auf einer Reise voller Herausforderungen. In eine neue Welt, in der ich euch alle willkommen heißen möchte," sagte Margarete Wietelmann.

Foto der Ausstellung Auf den Punkt 1 reduziert im Historischen Rathaus - Geflüchtete Kinder zeigen Schätze aus der verlorenen Heimat - Tobias Grimm

Die Bürgermeisterin dankte ebenfalls allen Beteiligten für diese wirklich beeindruckende Ausstellung und der Realschule Mellinghofer Straße um Schulleiterin Judith Koch sowie der Lehrerin der Kinder, Schene Salih-Yilanci, für ihre große Unterstützung. "Und ich danke vor allem den Mädchen und Jungen, die einen wichtigen Teil ihres jungen Lebens mit uns teilen. Sich der Intensität dieser Bilder zu entziehen, ist kaum möglich". 

Die Ausstellung „Auf den Punkt 1 reduziert“ ist bis zum 29. September im Historischen Rathaus zu sehen. Die Fotos und Texttafeln hängen auf der ersten Etage, Nähe Ratssaal.


Stand: 18.07.2018

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