"Hornissen, Wespen, Wildbienen & Co"

Fragen und Antworten zum Umgang mit den Insekten

"Was ist das da für ein Insekt auf meinem Teller…?" Diese Anfrage erreicht das Amt für Umweltschutz zurzeit täglich mehrfach. „Wenn es Interesse an Ihrem Pflaumenkuchen oder Ihrer Bratwurst hat, ist es auf jeden Fall keine Biene sondern eine Wespe,“ klärt Gabi Wegner, stellvertretende Amtsleiterin und selbst Hobbyimkerin, gerne auf. „Bienen besuchen Blüten und setzen sich freiwillig nie auf das Essen von Menschen. Wespen dagegen sind süßen oder deftigen Speisen nicht abgeneigt. Normalerweise finden auch Wespen genug in der Natur, um sich dort zu versorgen. Aber viele Pollen- und Blütenpflanzen sind bald am Ende ihrer Vegetationsperiode angelangt, so dass dort weniger für sie zu finden ist, abgesehen von Fallobst. Auch die Honigsaison der Bienen ist eigentlich vorbei. Was jetzt nicht als Wintervorrat in den Bienenvölkern lagert, kann nicht mehr reinkommen. Imker haben in der Regel jetzt zum zweiten Mal Honig geschleudert und füttern ihre Bienen nun mit Zuckersirup, um sie über den Winter zu bringen.  

Richtiger Umgang mit Wespen und Hornissen in der Sommerzeit - Wespen auf Marmelade (Quelle: Canva)

Bienen überwintern als Volk, das von September bis März eine viel kleinere Anzahl an Individuen aufweist. Aber es ist nicht so wie bei den Wespen, die keine nennenswerten Wintervorräte brauchen, da außer den wenigen Königinnen alle Einzeltiere im Herbst sterben. Die alten und neuen Wespen-Königinnen suchen sich einen Ort für die kalten Monate, das kann das alte Nest sein, aber auch ein neuer Ort. 
Wenn Wespen stechen, überleben sie das, Bienen nicht. Ob Wespen das „bewusst“ ist, lässt sich schwer sagen. Eine größere Aggressivität sehe ich schon bei Wespen, aber ob das zusammen hängt, ist nicht bekannt. Mit dem Ende des Sommers ist jedenfalls auch das Ende ihres Lebens in Sicht,“ so Wegner. 

Auch wenn Wespen schon mal beim Abendbrot draußen stören, stehen sie unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Sogar stark gefährdet sind Hornissen, manche Wespenarten, Hummeln und Wildbienen. Diese Nester dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden. In Ausnahmefällen erteilt die Untere Naturschutzbehörde eine entsprechende Genehmigung. Dafür ist allerdings vorher ein Antrag zu stellen. Wenn der Antrag positiv entschieden wird, sollten Fachleute mit der Umsiedlung beauftragt werden. 

Richtiges Verhalten

Daniela Specht, zuständig für den Artenschutz in der Unteren Naturschutzbehörde: „Meistens kann man sich mit den Tieren arrangieren. Wenn Sie beim Grillen oder Frühstücken nicht gestört werden wollen, stellen Sie eine halbe Stunde vorher ein Tellerchen mit einem kleinen Stückchen Grillfleisch oder einem kleinen Klecks Marmelade in passender Entfernung auf, dann haben Sie normalerweise Ruhe beim Essen. Hilfreich ist auch, dass Wespen keine Wasser-Sprühflaschen kennen - wenn man sie besprüht, gehen sie davon aus, dass es regnet, und fliegen zu ihrem Nest zurück.
„Hornissen sind nicht nur selten geworden sondern auch nützlich, sogar für Menschen“, ergänzt Wegner. „In diesem Sommer besucht uns jeden Abend eine Hornisse auf der Terrasse und sorgt dafür, dass es keine Mücken oder Spinnen dort gibt. Das Brummen ist zwar laut und eindrucksvoll, aber man weiß immer, wo sie ist und kann ein bisschen Abstand halten.“

Das Antragsformular, eine Checkliste zum entsprechenden Verhalten bei Nestern und weitere wichtige Informationen erhalten Sie ebenfalls im Beitrag "Hornissen, Wespen, Wildbienen & Co."

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Stand: 07.08.2020

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