Archiv-Beitrag vom 01.10.2020Stadtradeln 2020 in Mülheim an der Ruhr - und was bleibt von der Kampagne?

Archiv-Beitrag vom 01.10.2020Stadtradeln 2020 in Mülheim an der Ruhr - und was bleibt von der Kampagne?

Drei erfolgreiche Wochen Stadtradeln 2020 liegen hinter uns!

648 Mülheimerinnen und Mülheimer sind mitgeradelt und haben rund 160.000 Kilometer in 21 Tagen zurückgelegt. Umgerechnet entsprechen die gefahrenen Kilometer 24 Tonnen Treibhausgasen und damit der durchschnittlichen und jährlichen Fahrleistung von 13 PKW. 

Drei erfolgreiche Wochen Stadtradeln 2020: 648 Mülheimerinnen und Mülheimer sind mitgeradelt und haben rund 160.000 Kilometer in 21 Tagen zurückgelegt. Hier eine Radlergruppe auf dem Campus der Hochschule Ruhr West (HRW). - Anne Gerlings

Mit der bundesweiten Kampagne „STADTRADELN“, an der mittlerweile in 1.500 Kommunen im Jahr teilnehmen, sollen Bürgerinnen und Bürger zur vermehrten Nutzung des Fahrrads auch bei Alltagsfahrten zu motiviert werden. 
Bei einer Einwohnerzahl von derzeit 173.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in Mülheim an der Ruhr ist die Zahl der Stadtradelnden mit 0,4 Prozent noch sehr gering. Auch jenseits der Stadtradeln-Kampagne gibt es schon die überzeugten Bürgerinnen und Bürger in der Stadt, die sich auch von Regen nicht abhalten lassen, für den Einkauf den Wagen stehen lassen und die großen Transporttaschen auf den Gepäckträger des Rades schnallen. Der Gesamtanteil des Radverkehrs ist mit rund vier Prozent im Stadtgebiet viel zu niedrig. Im bundesdeutschen Vergleich liegt dieser Anteil bei immerhin 11 Prozent.

Viele Gründe sprechen für den Umstieg aufs Rad

Grafik der CO2-Verteilung: Legende oben - Gelb steht für Strom, Rot für Wärme und Blau für Verkehr 35 Prozent gelb, 42 Prozent rot und 23 Prozent blau. 1.519.034 Tonnen pro Jahr. - Anne GerlingsDie Hälfte aller Wege, die die Mülheimerinnen und Mülheimer täglich zurücklegen, sind unter fünf Kilometer. Eine Distanz, die gut mit dem Rad erledigt werden kann. Die Vorteile des Radfahrens sind mittlerweile bekannt: In der Stadt ist das Fahrrad unerreicht schnell. Nie steht man im Stau und man darf an der Ampel an der endlosen Warteschlange der Autos vorbeifahren. Vor allem bringt es einen direkt von Tür zu Tür, die stressige Parkplatzsuche entfällt. Viele Einbahnstraßen sind für Radfahrende in beide Richtungen befahrbar.
Rad fahren bringt nicht nur einen enormen persönlichen Zugewinn an Fitness und Wohlbefinden, sondern lässt sich darüber hinaus auch hervorragend in den Alltag integrieren. Die Weltgesundheitsorganisation rät zu täglich 30 Minuten moderater körperlicher Aktivität, um dem Bewegungsmangel und den daraus resultierenden Krankheiten entgegenzuwirken.
Rad fahren ist eine Mobilität ohne schädigende Treibhausgase. Es spart Platz und ist geräuscharm. Menschen, die beruflich pendeln und je fünf Kilometer mit dem Rad zur Arbeit hin und zurück fahren, reduzieren bei einem Verzicht auf das Auto jährlich rund 300 Kilogramm Treibhausgasemissionen. Der Radverkehr ist somit gemeinsam mit dem Fußverkehr die klimaschonendste Fortbewegungsart.
Würden 15 Prozent der Mülheimerinnen und Mülheimer den Weg zur Arbeit mit dem Rad zurücklegen, wären  rund 7.800 Tonnen Treibhausgase jährlich eingespart. 

Auf einen einzelnen Autoparkplatz passen acht Fahrräder

Neben den Problemen, die durch den fließenden Autoverkehr verursacht werden, stellt auch der ruhende Verkehr in Mülheim ein Problem dar. Die parkenden Autos dominieren das Straßenbild. In vielen Bereichen wird um jeden Parkplatz gerungen. Der Flächenverbrauch von Fahrrädern ist in dieser Hinsicht um ein Vielfaches geringer, was dazu beiträgt, die Umwelt zu schonen und damit auch die Lebensqualität der Menschen zu steigern. Auf jedem einzelnen Autoparkplatz kann man gut acht Fahrräder abstellen. Auch im rollenden Verkehr benötigt das Rad weniger als ein Drittel im Vergleich zum Auto.

Um auf den Raum, der von den 100.000 in Mülheim zugelassenen, parkenden Autos eingenommen wird, aufmerksam zu machen, wurden am 18. September 2020 drei Parkplätze in anlässlich des internationalen Park(ing) Days in Grünflächen umgewandelt. - Anne Gerlings

Um auf den Raum, der von den 100.000 in Mülheim zugelassenen, parkenden Autos eingenommen wird, aufmerksam zu machen, wurden am 18. September 2020 drei Parkplätze anlässlich des internationalen Park(ing) Days in Grünflächen umgewandelt.

"Der Weg zu einer Stadt, wo der Verkehrsraum dem Radverkehr und Fußverkehr gleichberechtigt zur Verfügung steht, ist auch für Mülheim lang und wir befinden uns gerade auf den ersten Metern.
Es hat sich in den letzten Jahren auf Mülheimer Straßen im Bereich Radverkehr einiges getan: Rund 50 kleinere und größere Projekte wurden und werden hier realisiert", sagt Anne Gerlings, Klimamanagerin bei der Stadt.
Um den Radverkehrsanteil weiter stetig zu steigern, und die Potenziale des Radverkehrs voll zu nutzen, sei es notwendig die Rahmenbedingungen für die Fahrradnutzung zu optimieren. 
Dafür benötigt Mülheim ein durchgängiges und sicheres Radnetz, ausreichende moderne Fahrradabstellanlagen, optimale Service-Angebote für Radfahrende und nicht zuletzt eine nachhaltige Mobilitätserziehung ab dem Kindergartenalter.
"Wenn durch die Kampagne STADTRADELN neben anderen Kampagnen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“ oder „Kidical Mass“ immer wieder auf diese Notwendigkeiten aufmerksam gemacht wird, können 648 Radler weit mehr bewirken als die Einsparung von 24 Tonnen CO2." so Gerlings.

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Stand: 02.10.2020

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